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„Mach’s gut, mein Seestern! Komplett sind wir nicht, wenn du nicht dabei bist“, sagte Knut, gab Ines einen Abschiedkuss und bestieg mit den anderen sein Boot.
König Knut wird hinter vorgehaltener Hand spöttisch „der Vergeßliche“ genannt, denn auf eines kann man sich bei diesem erhabenen Herrscher verlassen: nämlich daß er sich dann, wenn irgendein Skandal aufgedeckt wird, in den er verstrickt war, oder er ein Versprechen nicht hält, das er lautstark gegeben, damit ihm das Volk noch einmal für irgend etwas das Vertrauen ausspreche, an nichts mehr erinnern kann – womit die Angelegenheit dann auch vom Tisch ist, denn würde er mehr bedrängt, wäre dies ja Majestätsbeleidigung, und das wagt niemand.
Morgen wird der König vergessen haben, was er heute gesagt hat – Knut der Vergeßliche.
Knut der Grinsende steht jeden Morgen vor dem Spiegel und beömmelt sich vor Lachen, daß es irgendwie passiert ist, daß jemand wie er zum König ernannt wurde: ein Unfall in der Geschichte dieses Landes.
König Knut hat seinen Hofschatzmeister Erlenbach entlassen. Es hieß erst, Minister Piepmatz solle die Nachfolge antreten, aber zum Glück war das nur ein böses Gerücht.
Das ist wieder typisch König Knut: erst trotz aller Warnungen etwas kaputtmachen, um sich dann den Umhang umzuhängen und als Strahlemann den Retter zu spielen.
Konrad Klaue hat ein blitzendes und krachendes Stahlgewitter der unverhohlenen Kritik auf den König herniederprasseln lassen, daß es eine wahre Wonne war, dem zuzuhören. Hoffentlich nimmt Seine Grinsende Inkompetenz, König Knut, Kenntnis davon. Irgend jemand muß ihm eine Aufnahme schicken!
Knut ist ein so schwacher König, daß er völlig hinter seine übermächtigen Minister zurücktritt.
Ich hätte nie gedacht, daß ich mir einmal wünschen würde, daß König Knut seinen Thron behält. Wir haben uns doch alle den Tag herbeigesehnt, an dem er endlich gestürzt würde, doch jetzt, wo es geschehen könnte, sind die ausgerufenen Gegenkönige noch schrecklichere Finsterlinge – was für ein bitterer Hohn.
Fürst Schießeisen hat bekanntgegeben, daß er auf seine Kandidatur bei der nächsten Königswahl verzichte, und sogar angeregt, daß König Knut, der somit erneut antreten wird, fortan „der Große“ heißen solle. Einige Zeitungen spotteten daraufhin trotz drohender Strafe, daß der eher gedrungene Souverän in der Tat unbestritten groß in seinen Fehlleistungen sei.
Zum Stern der Hoffnung, der über der nächsten Königswahl funkelte, hat sich, aus den Tiefen der Unterwelt aufsteigend und jenes Licht gierig verschlingend, in Verhängnis prophezeiender Konstellation ein Schwarzes Loch, ein Unstern, gesellt, der es gewollt hat, daß König Knut, der mit Abstand unbeliebteste der bisherigen Herrscher, unter dem das Land blutet und den eigentlich alle loswerden wollen, noch das geringste Übel neben allen diesen anderen die Krallen nach der Krone ausstreckenden Finsterlingen ist.